Dänemark Teil 1

Von Maribo nach Helsingør


Neben den selbst erstellten Routen über Fahrstraßen und straßenbgleitenden Radwegen, orientierten wir uns an den folgenden offiziellen Radwegen:

Durch Lolland von Rødby nach Orehoved (Route 7).

Von Vordingborg nach Helsingøer. Längere Strecken auch auf der Fernstraße 151 (Route 56 und 9).

Dauer 3 Tage Fahrt
Entfernung gesamt 211 km
Entfernung Durchschnitt pro Tag 70 km
Höhenmeter gesamt 706 m
Höhenmeter Durchschnitt pro Tag 235 m
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Reisebericht

23.Tag - Von Maribo nach Fakse - 92 km/420 Hm

Wir fuhren zunächst zügig an der Fernstraße 153 entlang um dann auf der Brücke über den Storstrømmen von Lolland nach Seeland zu wechseln. Bis dahin begleitete uns der Fernradweg 7. Die Brücke über den Storstrømmen war gut befahrbar, mit einem von der Fahrbahn abgetrennten Seitenstreifen der breit genug war, dass zwei Radfahrer aneinander vorbeikamen. Nach der Brücke (in Vordingborg) wechselten wir auf den Radweg 56 bzw. 9 Richtung Køge, der sich über kleinere Straßen durch das Land schlängelte. Alles wunderbar asphaltiert aber hügelig. Das ständige Auf und Ab raubte uns die Kräfte. Am Nachmittag änderte sich das Wetter zum Schlechten und unsere Moral sank auf Nähe Nullpunkt. Ein richtig ekliges Wetter war das auf einmal, mit kaltem Wind und feinem Regen. In Vemmetofte Strand (in der Nähe von Fakse) steuerten wir deshalb den Campingplatz an. Eigentlich wollten wir heute richtig weit fahren aber wegen den Steigungen und dem schlechten Wetter wurde nichts daraus. Ansonsten war es ganz angenehm hier in Dänemark mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Die Wege und Straßen waren meist sehr gut, genauso wie die Ausschilderung. Der Verkehr war nicht besonders stark. An den größeren und mehr befahrenen Fernstraßen befanden sich Radwege oder zumindest Fahrspuren an den Seiten. Kam mal ein Kreisverkehr dazwischen, war immer eine separate Radspur vorhanden. Auch die Autofahrer sind im allgemeinen sehr rücksichtsvoll und geduldig mit uns Radlern. Immer mehr begegneten uns nun auch andere Radfahrer die ebenfalls gut bepackt unterwegs waren. Obwohl heute Sonntag war, konnten wir bei Lidl noch lecker Nussecken, Kekse und Getränke einkaufen. Die Dänen sind da etwas entspannter als wir Deutschen und haben am Sonntag Öffnungszeiten bis 16:00Uhr. In jedem größeren Ort fand sich ein Aldi oder Lidl, welcher unsere Grundversorgung deckte.

24.Tag - Von Fakse nach Ishøj - 57 km/123 Hm

Das Wetter zeigte sich bescheiden. Regen in kleinen Mengen, dafür aber dauerhaft. Wir folgten deshalb nicht mehr weiter dem Radweg 9 entlang der Küste, sondern wählten die kürzeste Verbindungsstraße nach Køge und dann weiter Richtung Kopenhagen. Bis Køge fuhren wir auf kleineren Fahrstraßen. Dann von Køge bis nach Ishøj kurz vor Kopenhagen wieder mal entlang der viel befahrenen Fernstraße 151. in breiter seitlicher Radweg gab genügend Sicherheit und erlaubte ein entspanntes Fahren. Schön war zwar was anderes, aber für diesen verregneten Tag war es eh Wurscht. Ansonsten gab es hier in Lolland/Seeland nicht viel zu sehen. Landschaftlich war außer Kornfeldern, ein paar Bäumen und hie und da mal ein See, nicht viel geboten. Auch die Orte durch die wir kamen versprühten nicht gerade viel Scharm. Wir genossen aber die komfortablen Radwege und die freundlichen Dänen. Irgendwo unterwegs versagte die Vorderradbremse der StreetMachine. Die Bremsbeläge waren verschlissen und verkündeten dies durch ein lautes Rattern. Weil wir bei dem Regen nicht anhalten wollten fuhr ich nur mit Hinterradbremse weiter. Hier war es ja eh eben dachte ich. Dies wurde uns am Abend fast zum Verhängnis als ich an der Einfahrt zum Campingplatz kräftig bremste. Natürlich nur hinten, vorne ging ja nicht mehr. Das Hinterrad rutschte plötzlich weg und das ganze Rad schaukelte sich heftig auf als ich die Bremse wieder löste. Zum Glück ging aber alles gut und ich stürzte nicht.

25.Tag - Von Ishøj nach Niva (Helsingør) - 62 km/163 Hm

Wir machten uns auf um Kopenhagen zu besichtigen. Zuerst wurden aber die vorderen Bremsbeläge an der StreetMachine gewechselt. Unser Händler hatte uns empfohlen dies vorher mal zu üben, was wir natürlich nicht taten. Nach langem hin und her schafften wir es trotzdem die Beläge einzubauen.Von unserem Campingplatz in Ishøj radelten wir wieder mal der Fernstraße 151 entlang um direkt ins Zentrum von Kopenhagen zu gelangen. In der Stadt lässt es sich wunderbar Radfahren. Häufig gibt es separate Radwege oder zumindest Seitenstreifen für Radfahrer. Wo keines von beidem vorhanden ist, lässt es sich gut im Verkehr mitschwimmen. Da mussten wir mehr auf andere Radfahrer achten als auf den Kraftverkehr. Die einheimischen Radler waren recht flott unterwegs und schlängelten sich natürlich wesentlich eleganter durch die Stadt als wir. Viele Radwege dürfen auch von Mopeds mitbenutzt werden die hier Knallert heißen. War dies nicht erlaubt wies ein Schild darauf hin, “Knallert forbudt“.
Auch kurioses gab es hier in Kopenhagen zu sehen. Eine Militärgarde marschierte mitten auf der Straße an uns vorbei auf eine Kreuzung zu. Quasi als Verkehrsteilnehmer hielt sie vor uns an der roten Ampel an und wartete bis es wieder grünes Licht gab. Ein begleitender Offizier sorgte nebenher für Ordnung. Wir zuckelten eine Weile hinterher. Als wir überholten winkte uns der Offizier auf die Radspur die wir vor lauter Staunen fast verpasst hätten. Insgesamt gefiel uns die Stadt sehr gut, wenn wir auch längst nicht alles sehen konnten. Die Straßen waren teilweise mit Touristen regelrecht verstopft. Da mit den Liegerädern durch zu schieben mochten wir uns nicht antun. In Kopenhagen stießen unsere Räder immer wieder auf reges Interesse. Von Passanten verschiedenster Nationalität wurden wir bestaunt und auch angesprochen. Vermutlich waren die meisten mit einem der großen Kreuzfahrtschiffe die im Hafen vor Anker lagen gekommen. In der Amalienburg “musste“ Daniela sogar für ein Touristenvideo eine Runde drehen und ein Anderer fotografierte sie um zuhause beweisen zu können, dass auch Frauen auf Liegerädern fahren. Wir verließen Kopenhagen wieder und radelten entlang der Fahrstrasse an der Küste bis nach Niva, wo wir auf einem netten Campingplatz unser Nachtlager errichteten. Dieser Abschnitt gefiel uns bisher von Dänemark am besten, obwohl hier der Verkehr dichter war und wir meist an der Straße entlang radelten. Aber es gab viel zu sehen und alles war irgendwie hübscher als im Süden. Wir waren nun nicht mehr weit von Helsingør, von wo aus wir am nächsten Tag mit der Fähre nach Schweden übersetzten.

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