Dänemark Teil 2

Von Hirtshals nach Dagebüll (Deutschland)


Neben den selbst erstellten Routen über Fahrstraßen und straßenbgleitenden Radwegen, orientierten wir uns an den folgenden offiziellen Radwegen:

Entlang der Nordseeküste durch Jütland, von Hirtshals nach Deutschland
(Nordseeküstenradweg, Route 1).

Dauer 7 Tage Fahrt
Entfernung gesamt 551 km
Entfernung Durchschnitt pro Tag 78 km
Höhenmeter gesamt 1470 m
Höhenmeter Durchschnitt pro Tag 210 m
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Reisebericht

41.Tag - Von Hirtshals nach Hvorup Klit - 46 km/238 Hm

Norwegen steckte in unseren Knochen. Wir waren ziemlich erschöpft und ließen es deshalb langsam angehen. Wir waren von Hirtshals weiter nach Süden, entlang der Küste nach Hvorup Klit geradelt. Dabei folgten wir der Radroute 1 die meist auf kleinen Fahrstraßen weiter führte. Immer wieder ging es aber abseits auf Schotterwegen durch die Dünen. Dies war zwar sehr schön aber beschwerlich. Deshalb hatten wir später die Fahrstraße den kleinen Wegen vorgezogen. In Løkken sollten wir laut Beschilderung gar am Sandstrand entlang fahren. Dies war mit den Liegerädern unmöglich und wäre wahrscheinlich auch mit dem normalen Rad sehr beschwerlich gewesen.{{br}Was heute so richtig bremste war der extrem starke Wind. Dieser kam meist schräg von der Seite, so dass wir Mühe hatten die Spur zu halten. Führte die Strecke gegen den Wind, war ein Vorankommen sehr mühsam. In Strandnähe mischte sich Sand in den Wind, der uns trotz Brille in die Augen wehte und zwischen den Zähnen knirschte. Das alles war aber trotzdem besser als die Berge in Norwegen.
Am Abend (wir waren bereits auf dem Campingplatz) begann es dann zu regnen, dafür wurde aber der Wind schwächer. Wir waren gespannt was uns die nächsten Tage bringen würden.

42.Tag - Von Hvorup Klit nach Hanstholm - 106 km/338 Hm

Ein ereignisloser Tag mit einer öden Strecke lag heute hinter uns. Wenigstens war das Wetter ganz OK und der Wind hielt sich zumindest bis zum Nachmittag einigermaßen in Grenzen. Außerdem hatten wir seit langem mal wieder unsere 100 Kilometer geschafft.
Die Gegend zwischen Løkken und Hanstholm war ziemlich eintönig. Die Straßen führten über lange Strecken geradeaus. Besonders wenn der Wind von vorne kam (und das tat er leider fast immer) war das Radeln nicht schön und ziemlich zäh. Wir waren nicht immer dem Radweg gefolgt. Ab und zu führte dieser auf kleinen Schotterwegen von der Straße weg. Dies wäre vielleicht abwechslungsreicher gewesen, wir hatten aber auf die Schotterpisten keine Lust. Besonders nachdem es die ganze Nacht geregnet hatte.
Der Campingplatz in Hanstholm war recht komfortabel aber teuer (etwa 30Euro). Er hatte ein nettes kleines Restaurant zu bieten, in dem wir uns am Abend eine Kleinigkeit gönnten.
Der Wind war gegen Nachmittag immer stärker geworden. Dies hatten wir auch schon an der Ostsee beobachtet. Deshalb heckten wir den Plan aus, am nächsten Tag früher zu starten um so den Wind zu überlisten.

43.Tag - Von Hanstholm nach Agger - 65 km/190 Hm

Unser Plan vom Vortag war fehlgeschlagen. Wir waren erst um 12:00 Uhr losgefahren. Schuld war ein Gewitter in der Nacht. An der Weser hatten wir beschlossen kein Gewitter mehr im Zelt zu verbringen. Also waren wir ins Sanitärgebäude geflüchtet und hatten dort über eine Stunde Zeit dieses ausgiebig zu besichtigen.
Auch der Wind machte uns heute wieder zu schaffen. Der Anhänger an der StreetMachine schien bei Gegenwind kräftig zu bremsen. Daher versuchten wir die Taschen vom Hänger auf die beiden Räder zu verteilen. Danach lief es besser und so konnten wir immerhin noch 65 Kilometer fahren. Eigentlich wollten wir schneller vorankommen, denn die Gegend hier war zwar schön aber ziemlich eintönig. Der nette Urlaubsort Nørre Vøruper brachte etwas Abwechslung, was wir dann auch bei einer Grillwurst und einer Tüte Eis ausgiebig genossen.
In Agger war für heute Schluss. Wir hofften auf weniger Wind in den nächsten Tagen.

44.Tag - Von Agger nach Søndervig - 95 km/189 Hm

Ein unspektakulärer Tag im Besten Sinne. Alles lief wie am Schnürchen. Sogar die Straßen waren schnurgerade. Dies verlangte einiges an Durchhaltevermögen. Bis zu dreizehn Kilometer am Stück geradeaus können ganz schön lange sein. Die Landschaft war aber sehr schön. Wir fuhren wieder mal hauptsächlich auf der Straße, bis auf ein etwa acht Kilometer langes Stück zwischen Thyborøn und Langehuse, das auf einem gut befahrbaren, schmalen, befestigten Pfad verlief. In dieser Gegend hatten wir viele der Teile des Nordseeküstenradwegs gemieden, da er häufig über Wege mit grobem, losen Schotter führte. Nichts für Liegeradfahrer und schon gar nicht mit viel Gepäck.
Der Wind hielt sich heute sehr zurück, weshalb wir eine ordentliche Strecke bis nach Søndervig schafften.

45.Tag - Von Søndervig nach Henneby - 55 km/115 Hm

Trotz frühen Aufbruchs waren wir nur sehr schwer vorangekommen. Das lag zum einen an dem sehr starken Gegenwind, zum anderen daran, dass wir die letzten Nächte schlecht geschlafen hatten. Regen, Wind, rumstreunende Tiere, schreiende Kinder, Partys und kaputte Luftmatrazenventile. Es gibt jede Menge Dinge die einem beim Zelten den Schlaf rauben können. Landschaftlich bot sich das gleiche Bild wie Tags zuvor. Die Straße 181 gab auch heute wieder im Wesentlichen unsere Strecke vor. Nach dem Mittagessen in einem schweineteueren Imbiss ging dann so gut wie gar nichts mehr. Wir waren völlig erschöpft von dem ständigen Kampf gegen den Wind. Deshalb steuerten wir bereits am frühen Nachmittag den Campingplatz in Henneby an und machten erstmal ein Nickerchen im Zelt. Wie alle Campingplätze hier in Dänemark, war auch dieser wieder sehr schön und bestens ausgestattet.

46.Tag - Von Henneby nach Skaerbaek - 105 km/254 Hm

Bis auf das Wetter (bewölkt und regnerisch) hatte heute alles gepasst. Wind war kaum vorhanden und wir stießen nach den einsamen Vortagen endlich wieder auf Zivilisation. Mit den netten Städten Esbjerg und Ribe, lagen gleich zwei Gelegenheiten zu ausgedehnten Pausen auf dem Weg. Dass wir am Vortag schon früh aufgegeben hatten, hatte uns gut getan. Der mäßige Wind tat ein Übriges. So kamen wir trotz vieler Pausen schnell voran. Am Morgen mussten wir über einen Truppenübungsplatz fahren. Kreisende Hubschrauber, vorbei brausende Militärjeeps und Panzer die neben der Straße durchs Gehölz pflügten, waren eine willkommene Abwechslung zur eintönigen Landschaft.
Wir hatten es aufgegeben den Radrouten zu folgen und waren auf einer selbst erstellten Strecke gefahren. Diese führte uns über kleine Nebenstraßen in der Nähe der Küste entlang und teilweise auch auf den Radrouten 1 und 6.
Am Abend begann es dann stark zu Regnen. Am nächsten Tag planten wir Deutschland zu erreichen und hofften, dass das Wetter mitspielen würde. Alles was wir wollten war kein Regen und kein Wind. Kein übertriebener Wunsch wie wir fanden.

47.Tag - Von Skaerbaek nach Dagebüll (Deutschland) - 79 km/146 Hm

Dänemark wollte uns nicht loslassen und stellte uns heftigen Wind entgegen. Entsprechend beschwerlich war die Fahrt. Nach endlos erscheinenden Kilometern erreichten wir schließlich Deutschland und steuerten sofort den obligatorischen Supermarkt an der Grenze an. Niedrige Preise und eine riesen Auswahl. Nach den “Entbehrungen“ in Skandinavien kam uns das Ganze wie das Schlaraffenland vor. Entsprechend prall waren unsere Radtaschen nach dem Einkauf.
Was leider auch sofort auffiel, waren (wie schon an der Ostsee) die schlechten Straßen und Radwege hier in Deutschland. Vor allem in den Orten fuhren wir über geflickten und holperigen Asphalt. Da waren wir von den Straßen und Radwegen in Skandinavien anderes gewöhnt.

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