Tour 2016

Ein Jahr mit dem Fahrrad unterwegs


USA
KANADA


Entlang der Westküste, von Vancouver bis San Diego.


Route in den USA

Neuseeland
 


Auf der Nord- und Südinsel.


Route in Neuseeland

Australien
Tasmanien


Von Adelaide nach Melbourne, Tasmanien, und von Sydney nach Brisbane.


Route in Australien

Italien
Sardinien, Korsika


Unsere Heimreise durch Italien, über Sardinien und Korsika.


Route in Europa

Unsere Heimreise

Unsere Heimreise führte uns von Brisbane (Australien) nach Rom. Wir machten einen Abstecher nach Sardinien und radelten anschließend an der Westküste der Insel Korsika entlang.
Wieder zurück in Italien, endete unsere Reise ungeplant in Vicenza.

Davor waren wir in den USA, in Neuseeland und in Australien unterwegs.

In der nebenstehenden Abbildung kannst Du die Route unserer Reise durch Italien, Sardinien und Korsika sehen. Durch Anklicken gelangst Du zur Kartenansicht.

19.06.2017 - Zurück in Europa - Rom

In Rom angekommen, folgte das übliche Prozedere. Gepäck und Fahrräder abholen, Räder wieder zusammenbauen. Der lange Flug von Brisbane über Abu Dabi nach Rom, ging diesmal leider nicht spurlos an der Verpackung und an den Fahrrädern vorüber. Ausgerechnet der Rahmen hatte einige Kratzer und Dellen abbekommen.
Vom Flughafen fuhren wir mit dem Regionalzug einige Stationen Richtung Stadtzentrum. Da es schon später Nachmittag war, wurde der Zug aufgrund des Berufsverkehrs immer voller. Zwei vollbepackte Reiseräder stießen im engen Zug auf kein Verständnis. Also stiegen wir eine Station früher aus als geplant. Zum Glück, denn die restlichen 10 km zur Unterkunft konnten wir auf einem wunderschön Radweg entlang des Tibers fahren. In der Nähe des Vatikans hatten wir uns für vier Nächte eine Ferienwohnung gemietet.
Es war ein seltsames Gefühl wieder zurück in Europa zu sein. immerhin waren wir seit über 10 Monaten nicht mehr hier gewesen. Wieder unterwegs auf der Straße, mussten wir uns zunächst an den Rechtsverkehr gewöhnen. Kein Witz. Ein halbes Jahr im Linksverkehr von Neuseeland und Australien hatten gereicht, um uns vollständig umzupolen.
Rom war unglaublich. Wunderschöne historische Gebäude und Plätze, ein Gewirr aus verwinkelten Straßen und Gassen. Sehr viele Touristen und hektischer Verkehr. Jetzt, Mitte Juni, war es bereits entsetzlich heiß. Die Temperaturen kletterten auf über 30 Grad. An den vielen öffentlichen Brunnen bildeten sich lange Menschenschlangen, weil jeder seine Wasserflaschen füllen wollte. Später im Sommer sollte das Wasser immer knapper werden und die Brunnen in die Kritik geraten.
Eine unangenehme Seite Roms waren die vielen Straßenverkäufer. Sie gingen zum Teil recht aggressiv vor und versuchten ahnungslosen Touristen ihre Ware regelrecht aufzudrängen. Auch waren unzählige Drücker unterwegs. Am Kolosseum, am Forum Romanum und besonders in Vatikanstadt. Sie verkauften überteuerte Tickets an Touristen und versprachen die Wartezeiten zu verkürzen, indem sie die Eingänge für Reisegruppen nutzten. Dabei hatten es sich die Drücker zur Aufgabe gemacht den Touristenstrom zu leiten. Wer irgendwo rein wollte, musste so immer wieder aufs Neue Diskussionen führen. Wer ablehnte, wurde auch mal beschimpft. So etwa eine Familie aus New Jersey, mit der wir dadurch in der Warteschlange des Vatikanischen Museums ins Gespräch kamen. Der Familienvater war erfahrener Rom-Tourist. So etwas hatte er aber noch nicht erlebt.
In Rom trafen wir auch auf andere Reiseradler. Die meisten hatten Rom als Ziel und die meisten kamen über die Via Romea Francigena, dem Frankenweg, eine alte Pilgerroute nach Rom. Sie ist Teil des Eurovelo 5 Fernradwegs und führt von London über Dover, Calais, Brüssel, Luxemburg, Straßburg, Basel und Mailand bis nach Rom. Aufgrund der vielen positiven Berichte, beschlossen wir uns ebenfalls an der Via Francigena zu orientieren.

26.06.2017 - Von Rom über Sardinien nach Korsika

Am Tiber entlang ging es erstmal auf einem schönen Radweg hinaus aus Rom. Völlig stressfrei und unkompliziert. Am Weg lagen wunderschöne alte Städtchen mit engen Gassen und alten Gemäuern. Wir genossen die malerischen Stadtansichten, die uns ständig Neues entdecken ließen.
An den Vulkanseen Lago di Bracciano und Lago di Bolsena gab es Campingplätze. Ansonsten wurde es auf dieser Route schwierig einen Zeltplatz zu finden. Deshalb fuhren wir an die toskanische Küste, um von dort nördlich Richtung Livorno zu fahren. Zu wenige Straßen zum Radfahren und zu viel Verkehr, machten auch diesen Plan zunichte. Mit dem Zug fuhren wir kurzerhand nach Süden zum nächsten Fährhafen in Civitaveveccia und setzten mit der Fähre nach Olbia auf Sardinien über.
Sardinien ist bei Radfahrern beliebt, vor allen bei Rennradfahrern. Bei den vielen Steigungen ist das Rennrad sicherlich eine gute Wahl. Wir mussten ganz schön in die Pedale steigen. Dazu kamen noch Temperaturen von 33 Grad im Schatten. Das Thermometer an den Radcomputern kletterte zeitweise auf bis zu 50 Grad in der prallen Sonne. Und pralle Sonne gab es zu genüge. Aber wir wollten uns nicht beschweren. Schließlich hatten wir die Sonne in den letzten Monaten oft vermisst.
Die Tagesetappen fielen kürzer aus, wir machten längere Pausen, und in beinahe jedem Ort an der Strecke füllten wir unsere Wasserflaschen auf. Zuerst überlegten wir uns die Insel komplett zu umrunden. Letztlich hielten uns die deftigen Preise der Campingplätze davon ab. Nach nur zwei Tagen auf Sardinien, fuhren wir deshalb von Olbia direkt nach Santa Teresa di Gallura, um mit der Fähre nach Korsika überzusetzen.

08.07.2017 - Korsika

Korsika war uns bis dahin völlig unbekannt und die Insel war auch kein Teil unserer ursprünglichen Tourplanung. Zwei Dinge wussten wir aber. Korsika war angeblich wunderschön und sehr sehr bergig. Beides sollte sich bestätigen.
Erstmal Schnellkurs in Landeskunde. Sehr viele Berge. Die Westküste bergiger als die Ostküste und nicht ganz so trubelig. Die Ostküste flacher und mehr Tourismus und Badestrände. Das Landesinnere besteht nur aus Bergen. Landessprache Französisch.
Korsika ist bei Rennradfahrern beliebt. Ein Klassiker ist die “Tour de Corse“, die die Insel einmal umrundet. Dabei werden auf einer Strecke von ca. 1000 Kilometern, ca. 12000 Höhenmeter bewältigt.
Wir entschieden uns für eine halbe “Tour de Corse“ entlang der Westküste. Auch wenn hier mehr Höhenmeter auf uns warteten als an der Ostküste. Die Überfahrt von Sardinien nach Bonifacio dauerte gerade mal eine knappe Stunde. Die Einfahrt in den Hafen von Bonifacio war spektakulär, umgeben von steilen Felsen und mit tollen Ausblicken auf die Stadt. Den ersten sehr steilen Anstieg hoch in die Altstadt hinauf, konnten wir nur schiebend bewältigen. Bonifacio gefiel uns richtig gut, so dass wir hier zwei Nächte auf dem Campingplatz blieben.
In den nächsten Tagen ging es dann weiter, zunächst Richtung Westen und dann nach Norden. Das Thermometer kletterte auf weit über 40 Grad. Gegenwind und steile Anstiege ließen den Schweiß in Strömen fließen. Wir wurden aber immer wieder mit fantastischen Ausblicken auf das Meer und die Berge belohnt. Auch die Campingplätze waren erfreulicherweise nicht mehr ganz so teuer wie auf Sardinien.
Wir fuhren auf der schmalen D81 Richtung Norden. Ab dem kleinen Städtchen Piane führte die Straße sehr eng und kurvenreich durch die Calanche de Piane, was auf Deutsch “fjordartige Bucht“ heißt. Die Strecke führte durch eine bizarre Felslandschaft. Die Calanche gehört zum Unesco Weltkulturerbe. Die Gegend hatte sich in den letzten Jahren zu einem Besuchermagneten entwickelt. Für die ca. 30 km bis Porto benötigten wir einen ganzen Fahrtag. Wir stoppten fast im Minutentakt, um die grandiose Aussichten zu genießen. Viele Autos, Wohnmobile, Motorräder, Radfahrer und sogar ein Reisebus begegneten uns auf der kurvenreichen, engen Strecke. Ein radfahrender Straßenwart mit Sicherheitsweste radelte wie ein Verrückter auf und ab, um den Verkehr zu regeln und die großen Busse und Reisemobile durch die Engstellen zu lotsen.
Die Abfahrt nach Porto war ein Genuss. Was wir zuvor mühsam bergauf gestrampelt waren, ging nun im rasanten Tempo über viele Kilometer bergab. In Porto fanden wir einen schönen Campingplatz mit ebenen Stellplätzen, die terrassenförmig angelegt waren.
Wir fuhren auf der D 81 bzw. der D 81b weiter der Küste entlang. Die Straßen waren nicht sehr breit aber auch nicht allzu stark befahren. Immer wieder begegneten uns andere Reiseradler. Korsika zu umrunden ist bei vielen Radfahrern sehr beliebt. Das Wetter meinte es gut mit uns. Wir genossen bei strahlendem Sonnenschein die herrlichen Ausblicke auf das türkisblaue Mittelmeer. Auf der D80 umrundeten wir das Cape Corse, den sogenannten Zeigefinger Korsikas am nördlichen Ende der Insel, und fuhren weiter nach Bastia. Vom dortigen Fährhafen ging am nächsten Morgen unsere Fähre zurück nach Livorno in Italien.
Korsika hatte uns fasziniert. Wir waren von der Schönheit der Landschaft und dem Flair der Küstenstädte begeistert. Nicht nur einmal zogen wir den Vergleich zur Südinsel Neuseelands. Für uns stand fest, dass das nicht unsere einzige Radtour auf Korsika bleiben würde.

16.07.2017 - Zurück in Italien und das vorzeitige Ende unserer Reise

Die Überfahrt von Korsika nach Italien verlief angenehm ruhig. In Livorno angekommen warteten wir erst einmal ab, bis sich der Autoverkehr vom Fährhafen weg beruhigt hatte. Dann fuhren wir aus der Stadt heraus Richtung Pisa. Es war nicht ganz einfach auf Anhieb die richtige Route zu finden. In Pisa angekommen wollten wir natürlich zuerst den berühmten schiefen Turm sehen. So tummelten wir uns mit den voll bepackten Rädern zwischen hunderten von Touristen, die alle versuchten lustige Fotos von sich und dem schiefen Turm zu schießen. Dabei positionierten sie sich so, dass es aussah als ob sie den Turm mit ihren Händen stützen würden. Nach dem ersten Sightseeing ging es auf den Campingplatz, der ganz in der Nähe des Turms und der Kathedrale lag.
Von Pisa fuhren wir weiter nach Florenz. Dort hatten wir uns für vier Tage eine kleine Ferienwohnung im dritten Stock gemietet. Zwar mit Aufzug, der war aber so klein, dass wir beide Räder durchs enge Treppenhaus in die Wohnung schleppen mussten. Dafür lag die Wohnung keine 100 Meter von der berühmten Ponte Vecchio entfernt.
Die nächsten Tage verbrachten wir mit Sightseeing, Eis essen, und dem obligatorischen Wäsche waschen und Einkaufen.
Nach Florenz stand uns eine harte Etappe bevor. Wir mussten den Apennin überqueren. Eigentlich gut zu fahren, da die Strecke meist auf kleinen, ruhigen Nebenstraßen verlief. Allerdings war es an diesem Tag mörderisch heiß und der Schweiß floss wiedermal in Strömen. Dies war einer der anstrengendsten Abschnitte auf der gesamten Reise.

Geplant war, dass unsere Route durch die Po-Ebene, weiter nach Trient, durch das Brentatal nach Bozen, durch den Vinschgau nach Österreich, und über den Arlbergpass nach Deutschland führen sollte.
Aber leider kam alles anders. An diesem Tag hatten wir gegen Mittag einen Platten. Später war der Weg plötzlich an einer gesperrten Brücke zu Ende und ein freundlicher Italiener half uns die Räder und das gesamte Gepäck über die beiden massiven Absperrungen zu wuchten. Im Nachhinein kamen uns diese ganzen Hindernisse wie ein Zeichen vor. Denn leider war auf einer Landstraße, kurz vor Vicenza in Italien, unsere Reise abrupt zu Ende. Daniela war mit dem Rad gestürzt und hatte sich eine Tibiafraktur, einen Bruch am Handgelenk und eine geprellte Rippe zugezogen. Ein Arzt im Krankenhaus von Vicenza besiegelte dann das endgültige Aus. Der Bruch am Knie musste operiert werden. Drei Tage später brachte uns ein Krankentransport zurück nach Deutschland.
Inspiriert von der Fahrt durch die Schweiz und über den Brennerpass, schmiedeten wir bereits neue Reisepläne für unsere nächste Radtour…

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