Mit dem Auto

Dach oder Heck, oder besser im Kofferraum?

Mit der Bahn

Der Transport mit der Bahn ist nur scheinbar problemlos.

Rohrverkleidung für den Rahmen und zusätzlich Karton zum Schutz von Laufrädern, Schaltung und Bremsen.

Im Flugzeug

Dein Fahrrad kann nicht fliegen? Gut verpackt hebt es trotzdem ab.

Mit Fähre oder Boot

Damit die Tour nicht ins Wasser fällt.



Mit dem Auto

Dach- oder Heckträger? Oder doch besser im Kofferraum?


Auf einer Radtour kann die Nutzung eines Autos oft nicht vermeiden werden, um den Ausgangspunkt einer Tour zu erreichen. Mit der Bahn als Alternative tut man sich oft schwer. Nicht immer ist ein Bahnhof in der Nähe. Zeitdruck durch Fahrpläne oder Stress beim Radtransport in der überfüllten Bahn, machen das Auto zusätzlich attraktiver.
Doch auch das Auto ist nicht von Natur aus zum Transport von Fahrrädern geeignet. Was beim normalen Fahhrrad mit Diamantrahmen relativ problemlos funktioniert, verlangt beim Liegerad etwas speziellere Lösungen.
Natürlich sind nicht alle Fahrräder gleich. Besonders bei Liegeräder sind die Bauweisen und Rahmengeometrie zu unterschiedlich, als dass man eine universelle Lösung empfehlen könnte. Deshalb beschränken wir uns naturgemäß auf unsere Erfahrungen mit dem HP GrassHooper und der HP StreetMachine, sowie unseren Silkroad Reiserädern. Diese Erfahrungen dürften aber auch für die hilfreich sein, die eine geeignete Lösung für ihr eigenes Rad suchen.

Der Transport im Kofferraum kommt für uns nicht in Frage. Egal ob normales Fahrrad oder Liegerad, es ist einfach zu umständlich. Was bei einem PKW mit Fließheck oder einem Kombi noch halbwegs funktioniert, wird bei einem Stufenheck wohl überhaupt nicht gehen. Was beim HP GrassHopper dank Faltmöglichkeit noch machbar ist, ist bei der StreetMachine fast unmöglich. Unsere normalen Reiseräder hatten wir mal im Kofferraum eines Ford Focus Kombi. Mit einem Rad geht das. Zwei Räder müssen gestapelt werden. Die Gefahr von Beschädigungen ist dabei sehr groß. Pedale die am Rahmen kratzen oder in die Speichen drücken. Schaltwerke die sich verbiegen oder sich im Fahrrad verkeilen. Es gibt unzählige Möglichkeiten sich das Fahrrad zu ruinieren. Mit einer Decke dazwischen kann man zwar auch das weitgehend vermeiden, das größte Problem bleibt aber bestehen: Die Räder müssen nach vorne gebeugt in den engen Kofferraum gewuchtet werden und gelangen auch nur auf gleichem Weg wieder heraus. Das geht ganz schön in den Rücken.

Weitaus besser klappt es mit einem speziellen Fahrradträger fürs Auto. Am verbreitetsten dürften Träger auf dem Dach des Autos und Heckträger für die Anhängerkupplung sein.
Zunächst zur Dachvariante. Größter Nachteil ist wohl inzwischen die Tatsache, dass die Zeiten einer universell passenden Befestigung an der Regenrinne des Fahrzeugs schon lange der Vergangenheit angehören. Heutige PKW verlangen nach individuellen Lösungen, die dann für das jeweilige Fahrzeug passend hinzugekauft werden müssen (zumindest der Grundträger).
Die Lösung per Anhängerkupplung ist da wesentlich universeller. Zwar sind die Träger meist etwas teurer als ihre Kollegen vom Dach und auch die notwendige Anhängerkupplung ist ein kostspieliges Zubehör, jedoch sind diese Träger meist sehr komfortabel, rückenschonend und vererbbar auf andere Fahrzeuge mit Anhängerkupplung. Die Montage eines Trägers am Heck des Fahrzeugs mit Gurten und ähnlichem, wie er teilweise angeboten wird, halten wir für grob fahrlässig und haben deshalb keine Erfahrungen damit.

Egal ob Dach oder Heck, speziell beim Transport unserer Liegeräder mussten wir ein paar Hürden meistern bevor es dann klappte. Grundsätzlich sollte der Sitz vor dem Transport abmontiert werden. Aus Platzgründen wenn das Rad in den Kofferraum soll und aus Gründen der Sicherheit wenn man das Rad auf dem Dach oder einem Heckträger transportieren will. Der Sitz würde eine zu große Angriffsfläche für den Fahrtwind bieten. Mücken die dann nach der Fahrt am Stoff kleben möchte auch niemand haben. Die Demontage und besonders die Montage des Sitzes erfordert ein wenig Übung und Zeit.
Die StreetMachine sollte ohne Probleme auf einen handelsüblichen Dachträger passen. Die Halterung für das Rahmenrohr muss aber weit genug öffnen, um den großen Durchmesser am Liegerad umfassen zu können. Im Gegensatz zu früher, sollte dies bei modernen Dachträgern kein Problem mehr sein.
Der GrassHopper fx macht da schon mehr Probleme. Das Faltgelenk, die Bowdenzüge und auch die Kettenführungen sind im Weg und lassen der Halterung des Trägers (die Klammer die das Rahmenrohr umschließt) keinen Platz zur Befestigung. Da die Träger für "normale" Fahrräder ausgelegt sind, greift die Halterung zudem im falschen Winkel an. Beim Kauf sollte man daher darauf achten, dass der Träger möglichst viele Möglichkeiten zur Verstellung bietet um ihn individuell anpassen zu können.
Bedingt durch die erhöhte Position des Dachträgers spielt das Gewicht der Räder eine wichtige Rollte. Hier machen sich die Liegeräder besonders unangenehm bemerkbar. Auf das Dach heben ist schon etwas anstrengend, das Herunternehmen für manchen vielleicht schon ein Problem. Man fast den Rahmen beim Herunternehmen normalerweise an der Vordergabel und am Hinterbau. Will man das Rad so auf dem Boden absetzten, muss man sich sehr weit hinunter bücken, was eine spürbar höhere Belastung für Rücken und Arme bedeutet. Mit dem normalen Rad gibt es dabei weniger Probleme. Zum einen ist es in der Regel leichter, zum anderen bietet ein Diamantrahmen mehr Möglichkeiten zum Anpacken.

Der Heckträger räumt mit allen beschriebenen Problemen des Dachträgers auf, zumindest theoretisch. Er ist leicht zu montieren und ist relativ universell was die Befestigungsmöglichkeiten am Fahrradrahmen betrifft. Außerdem befindet er sich nur wenig über dem Boden, was ein Beladen und Entladen sehr einfach und komfortabel macht.
Ein Problem ist jedoch der Umstand, dass der Kofferraum des Fahrzeugs je nach Trägersystem nicht mehr zugänglich ist oder zumindest erschwert sich der Zugang. Das nimmt man eventuell noch in Kauf, denn oft ist auch ein Zugang durch den Innenraum des Fahrzeugs möglich. Daher ist die Positionierung der Räder auf dem Träger das weitaus größere Problem. Gegenstände dürfen in Deutschland laut StVZO §22 (5), ohne weitere Maßnahmen seitlich nicht weiter als 40cm über die Heckleuchten hinausragen. Das Problem: Weit verbreitet sind Heckträger mit symmetrisch angeordneten, getrennten Schienen für Vorder- und Hinterrad, die sich zudem nur wenig verstellen lassen. Beim normalen Rad stellt dies kein Problem dar. Denn die Reifen des Fahrrads definieren dessen Abmessungen in der Länge (Schutzbleche und Rücklicht mal vernachlässigt). Beim Liegerad ist dies anders. Die Laufräder am Liegerad begrenzen nicht dessen Abmessungen. Auf solch einem Heckträger mit symmetrischen Schienen, steht der Ausleger zu einer Seite über und überschreitet eventuell, je nach Liegerad und Fahrzeug, die zulässigen 40cm. Wir haben uns deshalb für einen Heckträger THULE Easy base 948 mit durchgehenden Schienen entscheiden, auf dem wir die Liegeräder weitgehend frei positionieren können und so eine Ausrichtung mittig zum Fahrzeug erreichen.
Für unsere Reiseräder verwenden wir seit einiger Zeit einen THULE Easyfold 931. Dieser lässt sich Zusammenklappen und kann von einer Person mühelos montiert werden. Durch die geringen Abmessungen, lässt er sich bei Nichtgebrauch problemlos im Keller verstauen. Wenn wir auf Tour sind und das Auto ein paar Tage auf einem Parkplatz stehen lassen, wird der Träger abgenommen und verschwindet im Kofferraum. Ein wirklich feines Teil.

Beim GrassHopper fx bietet sich noch eine besondere Art des Transports, nämlich im zusammengefalteten Zustand.
Das Falten gestaltet sich aber recht aufwändig. Es muss so einiges beachtet werden und bei Unterlenkung sollte eigentlich der Lenker abgenommen werden. Wir sind inzwischen dazu übergegangen den Lenker nicht mehr abzumontieren, sondern nur den Schnellspanner zu lösen und den Lenker beim Falten zu drehen bis er senkrecht steht. Dies braucht zwar etwas mehr Platz, dafür erspart man sich das unvermeidliche Gewirr mit den Bowdenzügen. Dies entsteht nämlich, wenn man bei abgenommenem Lenker nicht peinlich genau auf deren Verlauf achtet. Allerdings hat man ohne Demontage das Problem, dass die Bowdenzüge im Faltgelenk eingeklemmt werden können. Ein weiteres Problem ist die Kette, die uns beim Falten regelmäßig vom Kettenblatt gesprungen war. Inzwischen fixieren wir diese vor dem Falten mit einem Spanngurt.
Insgesamt war die Falterei bisher immer mit Stress und schmierigen, dreckigen Händen verbunden. Das Einladen in den Kofferraum ist zudem recht mühselig. Das relativ hohe Gewicht des GrassHoppers und die Ladekante am Kofferraum machen daraus kein Vergnügen.

Eine Beschreibung des Faltvorgangs findet ihr hier.

Auch interessant